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Catjang-Bohne (Vigna unguiculata [L.] Walp. ssp. cylindrica [L.] Eseltine)

Biologie - Geschichte und Verbreitung - Nutzung und Verwertung - Weitere Informationen - Literatur - Bildlegenden

Biologie

Die Catjang- oder Angolabohne (auch Angolaerbse) wird seit einigen Jahren als Subspezies von V. unguiculata geführt. Sie wird auch als Convarietät biflora bezeichnet, weil die Blüten paarig in der Blütentraube stehen. Im Laufe der letzten 200 Jahre wurde sie mit verschiedenen wissenschaftlichen Namen bezeichnet: Phaseolus cylindricus L. Dolichos catjang Burm., D. transquebaricus Jacq., Vigna catjang Walp., V. sinensis var. catjang (Burm. fil.) Chiov., V. cylindrica (L.) Skeels. Im Englischen sind catjang oder cowpea die üblichen Bezeichnungen.

Die Pflanze hat große Ähnlichkeit mit der eigentlichen Kuhbohne (ssp. unguiculata) und ist auch mit ihr kreuzbar.

Der Wuchs ist aufrecht strauchartig mit einer Wuchshöhe von ca. 80 cm oder windend kriechend mit einer Bestandeshöhe von nur 15 bis 30 cm. Die Blätter sind dreifiedrig mit 5 bis 15 cm langen Stielen; das endständige Mittelblatt ist rhombisch bis eiförmig, 6 bis 16 cm lang und 4 bis 10 cm breit. Die jungen Blätter können anfänglich auch spießförmig spitz auslaufen. An der Stielbasis befinden sich zwei kleine, 1 bis 2 cm lange Nebenblätter. Die Blütentrauben stehen aufrecht auf relativ kurzen oder auch längeren Stielen (2 bis 4,5 cm). In einer Blütentraube stehen paarweise 4 bis 12 Blüten . Die Blütenfarbe ist, wie bei der Kuhbohne, sehr variabel, weiß, lila oder bläulich. Aus den Blüten entwickeln sich zunächst aufrecht stehende Hülsen. Bei manchen Sorten und Herkünften senken sich die Hülsen zur Reife hin in eine waagrechte Stellung ab. Die Hülsen haben eine Länge von 7 bis 13 cm, sind oft walzenförmig und 5 bis 7 mm breit. Sie sind gerade oder leicht gebogen. Bei der Reife verfärben sich die Hülsen von grün über gelb nach braun.

Die Samen sind meist relativ klein und haben die Abmessungen 5 bis 6, max. 12 mm lang, 3 bis 8 mm breit und 4 bis 6 mm dick. Das Tausendkorngewicht kann stark zwischen 70 und 230 g schwanken. Die Farbe der Bohnen ist ebenfalls sehr variabel, wobei dunkle Töne vorherrschen (rot oder schwarzbraun bis schwarz, schwarz gepunktet). Die dunklen Samen werden häufig verfüttert. Helle (gelbäugige oder weiße) Bohnen dienen stärker der menschlichen Ernährung, da sie leichter verdaulich sein sollen. Die meisten Catjang-Bohnen haben einen auffälligen dreieckigen weißen Nabel.

Die Bohnenerträge liegen entsprechend der geringen Anbaukultur meist unter 10 dt/ha.

Die Inhaltsstoffe sind denen der Kuhbohne sehr ähnlich, wie die folgende Aufstellung zeigt: Kalorien/Joule 342/1450 je 100 g, Rohprotein 23,1 %, Rohfett 1,4 %, Kohlehydrate 61,3 %, Rohfaser 4,8 % und Asche 3,3 %.

Geschichte und Verbreitung

Die Catjang-Bohne stammt sicherlich ebenfalls aus Afrika, sie gelangte aber sehr frühzeitig nach Asien, wo sie als Trockenbohne und als Gemüsepflanze eine beachtliche Verbreitung fand. Auch hier fehlen Anbaustatistiken, da sie als Gemüse statistisch nicht, und zudem selten von der Kuhbohne getrennt, erfaßt wird.

Die Boden- und Klimaansprüche sind ähnlich wie bei der Kuhbohne (700 bis 1.700 mm Regen, 12 bis 28°C und pH-Wert 5 bis 7,5). Es ist eine Pflanze des tropischen/subtropischen Tieflands, die im Tropenbereich unter 2.000 m Höhe bleibt. Das Klima soll sessoniert feuchttropisch bis semiarid sein, wobei der Anbau so gelegt wird, daß die Ernte der trockenen Bohnen nach der Regenzeit erfolgen kann. Bei zuviel Regen wird viel Blatt und wenig Korn produziert. Leichte Böden werden vertragen, mittlere bis bessere Böden bringen natürlich auch größere Ernten.

Nutzung und Verwertung

Der Anbau und die Düngung erfolgen ähnlich wie bei der Kuhbohne. Häufig wird die Catjang-Bohne im Mischanbau kultiviert. Junge Blätter und grüne Hülsen werden nach Bedarf frühzeitig geerntet und zu Salaten und Gemüse aufbereitet. Von den reifen Bohnen werden, wie schon erwähnt, die weißen als besser verdaulich bewertet. Sie werden gekocht oder gedünstet bzw. zu Mehl verarbeitet.

Bedeutung hat diese Pflanze auch als Futterpflanze, 200 bis 400 dt/ha Grünmasse können im professionellen Anbau erzeugt werden, wobei die Qualität je nach dem Grad der Reife stark schwanken kann.

Züchtung, vornehmlich in Form von Auslesen, ist hauptsächlich in asiatischen Ländern jeweils für den entsprechenden Markt erfolgt, so daß es spezielle Herkünfte und Sorten für die verschiedenen Anbaulagen und für die gewünschten Erntegüter (Hülsen, Bohnen oder Futter) gibt.

Weitere Informationen zur Art

Gattung Vigna

Systematik - Unterfamilie Papilionoideae

Rhizobium-Gruppen wichtiger Leguminosae

Bestimmungsschlüssel für die Blätter wichtiger Leguminosae

Darstellung 6: Samen einiger Körnerleguminosen

Äußere Merkmale der zur Kornnutzung geeigneten Gattungen

Tabelle 1: Nährstoffgehalte der Samen von Körnerleguminosen in % (Mittelwerte)

Tabelle 3: Sameninhaltsstoffe einiger Körnerleguminosen (Angaben in % der TM)

Roheiweißproduktion der wichtigsten Nahrungspflanzen.

Tabelle 11: Weltproduktion und Hauptproduzenten von Körnerleguminosen

Tabelle 12: Anbaufläche zur Trocken- und Grünkorngewinnung

Tabelle 13: Produktion an trockenen, bzw. frischen Samen oder Hülsen

Tabelle 14: Erträge zur Trocken- und Grünkorngewinnung

Kuhbohne - Biologie

Literatur

ARNON, J., 1972: Crop produktion in dry regions, II. 250-255. Leonard Hill, London.

BRÜCHER, H., 1977: Tropische Nutzpflanzen - Ursprung, Evolution und Domestikation. 4. Aufl., 207-209. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York.

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FRANKE, W., 1989: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen. 135-136. Verlag Thieme, Stuttgart, New York.

HALLIDAY, D.J. & M.E. TRENKEL, 1992: IFA world fertilizer use manual. 193-189. Intern. Fert. Industry Assoc.

PURSLEGLOVE, J.W., 1968: Tropical crops, Dicotyledones 1. 231-329. Longmans, Green Co Ltd., London and Harlow.

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SCHMIDT, G.A. & A. MARCUS, 1943: Handbuch der tropischen und subtropischen Landwirtschaft. 762-765. Verlag Mittler u. Sohn, Berlin.

SIMMONDS, N.W., 1976: Evolution of crop plants. 183-185. Longman, London.

WESTPHAL, E., 1974: Pulses in Ethiopia, their taxonomy and agronomical significance. Agric. Res. Rep. 815, 213-232. Centr. for Agric. Publ. and Doc., Wageningen,

VAVILOV, N.J., 1951: The origin, variation, immunity and breeding of cultivated plants. Chronica Bot. 13, (1-6) 1-364.

Bildlegenden

Der Wuchs der Catjang-Bohne ist strauchartig, aufrecht und die Höhe beträgt 40 bis 80 cm. Sie ähnelt im
Habitus der Augenbohne.

Die Laubblätter bestehen aus 5 bis 15 cm langen Stielen mit drei Blättchen, von denen das Mittelblatt
rhombisch bis eiförmig ist. Die Blüten stehen aufrecht in Trauben zu 2 bis 10 an etwa 2 bis 4 cm langen
Stielen.

Die Farbe der Blüten variiert wie bei der Augenbohne von weißlich, bläulich bis lila.

Einzelblüte von rötlicher Farbe.

Die cylindrischen Hülsen stehen zunächst aufrecht und senken sich später ab. Reife Hülsen von Vigna
unguiculata ssp. cylindrica.

Die Samen erreichenTausendkorngewichte von 70 bis 200 g.

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